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Likes für Demokratie: Gegen Desinformationen auf TikTok

Zwei Personen, die tanzen und dabei von einer Handykamera gefilmt werden.

Die eigenen politischen Botschaften auf TikTok verbreiten und somit Wählerstimmen gewinnen: Das ist das Ziel politischer Parteien vor der Europawahl, die dieses Jahr Anfang Juni stattfindet. Dabei sollen vor allem junge Menschen erreicht werden, die Soziale Netzwerke wie TikTok überwiegend nutzen – denn zum ersten Mal dürfen in diesem Jahr auch 16-jährige wählen. Auch die AfD, die zum Teil als rechtsextrem eingestuft wird, nutzt TikTok, um junge Menschen für sich zu gewinnen. Im Vergleich zu anderen Parteien in Deutschland schafft die AfD das erfolgreich, wie Zahlen zeigen. Wie macht die Partei das? Was lässt sich dagegen tun? Wie kann ein Bewusstsein für Demokratie gestärkt werden?

Auf der Jagd nach jungen Wähler*innenstimmen

Mit Ausschnitten aus Reden, Wahlkampauftritten oder auch Alltagsmomenten versucht die AfD, ihre Inhalte in einfachen, niedrigschwelligen Videos zugänglich zu machen. Durch Emojis, Musik und eine direkte persönliche Ansprache, zielt die Partei insbesondere auf junge Menschen ab. Ohne Faktencheck und ungefiltert landen die politischen Botschaften bei den Nutzenden. Für sie ist es nicht immer leicht zu erkennen, dass hinter den Botschaften auch demokratiefeindliche Einstellungen stecken. Zudem verbreitet die AfD gezielt Desinformationen sowie Verschwörungserzählungen und schürt Hass, um das demokratische System zu destabilisieren.

Der Algorithmus auf TikTok trägt dazu bei, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Botschaften bei den Nutzenden der Plattform ankommen. Auf der sogenannten „For You“- Seite bei TikTok werden vor allem Videos angezeigt, die Nutzende noch nicht kennen – so auch Videos der AfD. Wird ein Video angesehen, mit Likes versehen oder kommentiert, wird es wieder bei anderen Menschen in deren Account angezeigt. So kann es passieren, dass immer mehr Videos mit rechtem Inhalt in der Timeline auftauchen. Begünstigt wird die Verbreitung demokratiefeindlicher Botschaften auch durch sogenannte Drittaccounts. Das sind Konten von Personen, die AfD-Inhalte teilen und verbreiten.

Democracy rules! Gemeinsam stark für Demokratie

Was tun gegen die Verbreitung rechter Inhalte auf TikTok? Unter dem Hashtag #reclaimTikTok setzen sich Aktivist*innen wie Luisa Neubauer und Politiker*innen wie Frank-Walter Steinmeier für einen demokratischen Diskurs auf TikTok ein. Grundsätzlich wichtig ist es, dass demokratische Akteur*innen junge Menschen dort abholen, wo sie unterwegs sind. Also auch und gerade auf TikTok.

Neben dem Zusammenschluss von Personen und Bündnissen, die sich gemeinsam für Demokratie auf TikTok einsetzen, ist die Aufklärung über Desinformationen und Verschwörungserzählungen von großer Bedeutung. Das vor allem, weil sich junge Menschen auch auf TikTok zum aktuellen Weltgeschehen informieren. Dabei helfen können Faktenchecks wie zum Beispiel von Mimikama und Correctiv. Unterstützung bei der Einordnung von Inhalten auf TikTok erhalten junge Menschen auch aus dem Projekt pre:bunk der Amadeu Antonio Stiftung.

 

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