"Up2date im digitalen Raum"

 Veranstaltungsreihe zu kinderrechtlichen Impulsen für den Jugendmedienschutz

Kinder- und Jugendmedienschutz gemeinsam und aktiv gestalten

Fachtag zur geänderten Gesetzeslage und ihren Chancen im Bereich Medienbildung am 19.01.23 in der Universität Rostock, Universitätsplatz 1, 18055 Rostock

Digitale Technologien haben mich mit wichtigen Aspekten bekannt gemacht, durch die ich mich selbst identifiziere“ lautet ein Statement aus einer weltweiten Kinder- und Jugendbefragung, mit der der UN-Kinderrechteausschuss 2021 seine 25. Allgemeine Bemerkung mit Blick auf den digitalen Raum eröffnet. Das Zitat zeigt exemplarisch, wie wichtig digitale Technologien heutzutage für die Teilhabe, Entwicklung, Identitätsbildung, Freizeitgestaltung oder Bildung von Kindern und Jugendlichen sind. Gleichzeitig stellt eine souveräne Nutzung dieser Technologien junge Menschen genauso wie Tätige in pädagogischen Handlungsfeldern vor Herausforderungen, sind doch die Risiken einer sich rasant entwickelnden Medienlandschaft schwierig zu erfassen und wird die Beachtung von Kinderrechten im digitalen Umfeld, z. B. Ihr Recht auf Privatsphäre oder Schutz vor Gewalt, nicht überall gewährleistet.

Mit der 25. Allgemeinen Bemerkung und der im Mai 2021 vorgenommenen Anpassung des Jugendschutzgesetzes ergeben sich für Kinder, Jugendliche, Eltern, Fachkräfte und medienpolitische Akteur:innen neue Grundannahmen, Aufgaben und Fragen, die es praxisnah einzuordnen und anzuwenden gilt. Denn ein zeitgemäßer Kinder- und Jugendmedienschutz muss seine Zielgruppe auch darin unterstützen, Medien selbstbestimmt zu nutzen und zu gestalten, um über gesetzliche Rahmenbedingungen oder Produktentwicklungen, die dem eigenen Schutz dienen, mitentscheiden zu können. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe und des Fachtags sollen deswegen folgende Fragen stehen:

  • Wie steht es um einen kinderrechtlich ausgelegten, handlungsorientierten Kinder- und Jugendmedienschutz?
  • Was sind aktuelle Entwicklungen, Themen und Trends und was bedeuten sie für (pädagogische) Praxis und Politik?
  • Wie können pädagogische Fachkräfte und Akteur:innen aus der (Medien-)Politik dazu beitragen, Kinder- und Jugendmedienschutz kindgerecht und beteiligungsorientiert zu gestalten? Welche Konzepte gibt es?

Der Fachtag am 19. Januar 2023 in der Universität Rostock möchte den Teilnehmenden Raum geben, sich über aktuelle Entwicklungen im Jugendmedienschutz zu informieren, diese zu diskutieren und sich über Herausforderungen und ihren Umgang damit praxisnah auszutauschen. Einblicke in Praxiskonzepte laden dazu ein, die eigene Arbeit methodisch und thematisch zu stärken. Zielgruppen sind medien- und sozialpädagogische Fachkräfte aus der Region, Akteur:innen der (Medien-)Politik und Verwaltung sowie Studierende, Universitätsangehörige und alle Interessierten.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung zur Veranstaltung über das Anmeldeformular!

Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Deutschen Kinderhilfswerk e. V. und dem Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“ mit dem Lokalen Netzwerk Medienbildung Rostock sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Die Fachtagung ist als Fortbildung für Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt.

Bei Fragen oder Hinweisen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an: dennis.kranz[at]rostock[dot]de

Programm am 19. Januar 2023 (09:30 bis 17:00 Uhr)

UhrzeitProgrammpunkt
09:30 UhrAnkommen
10:00 UhrBegrüßung und Einblick in den Tag
10:10 Uhr

Impulse aus Medienbildung und kinderrechtlicher Perspektive für den Jugendmedienschutz

  • Junior-Prof. Dr. Andreas Spengler, Medienpädagogik und Medienbildung, Universität Rostock
  • Cornelia Jonas, Koordinierungsstelle Kinderrechte, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Im Anschluss: Austausch zu den Impulsen

11:20 UhrKaffeepause
11:40 Uhr

Podiumsgespräch und Austausch
„Mein Recht und von mir gestaltet! Kinderrechte im Jugendmedienschutz umsetzen“  

Gäste:

  • Bert Lingnau, Direktor der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern
  • Katharina Bluhm, Schabernack Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe e. V. und Lokales Netzwerk #MVEdu
  • Dennis Kranz, Medienpädagoge der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und Netzwerk Medienbildung HRO
  • Christiane Gotte, Vorsitzende Bundeselternrat und Mitglied im Beirat der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz
Moderation: Koordinierungsstelle Kinderrechte, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
12:20 UhrMittagspause
13:15 Uhr

Zwei Workshopphasen
„Kinderrechte in die Praxis: Ideen und Konzepte aus Medienbildung und Kinder- und Jugendmedienschutz“

16:40 UhrFeedback und Verabschiedung
17:00 UhrEnde

 

Die Workshops zum Thema „Kinderrechte in die Praxis: Ideen und Konzepte aus Medienbildung und Kinder- und Jugendmedienschutz“

Dennis Kranz, Stadtbibliothek Rostock

Computer- und Konsolenspiele sind ein zentrales Phänomen der Digitalisierung und Teil der Jugendkultur. Aus Sicht der Kinder- und Jugendarbeit gilt es, den kreativen und souveränen Umgang mit Games zu fördern. Das Reflexionsvermögen über Spiele, Spieleinhalte, Vermarktungsstrategien und Jugendmedienschutz stehen ebenfalls im Fokus. Mit verschiedenen Methoden werden Bildungsprozesse rund um und mit digitalen Spielen angeregt. In dem Workshop können dazu praxisnahe Möglichkeiten und Methoden der Stadtbibliothek Rostock für eine kreative Auseinandersetzung mit Spielen ausprobiert werden.

Andy Krüger, Mediatop Neubrandenburg der Medienanstalt MV

Der Einsatz digitaler Medien kann in der Gestaltung des Unterrichts und der außerschulischen Bildungsarbeit bereichernd sein. Ein beliebtes Medium ist der Podcast. Sowohl die Fähigkeit sich auszudrücken als auch die Kunst des Zuhörens werden gestärkt. Zudem verstehen Kinder und Jugendliche viel besser, das Medienprodukte menschengemacht sind. Das abstrakte Thema Jugendmedienschutz kann so anregend und reflektierend in die praktische pädagogische Tätigkeit überführt werden. Wie ein Medienprodukt entsteht, erfährt man in diesem Workshop. Es gibt Einblicke in Beispiele aus der Praxis und im Anschluss praktische Übungen. Zum Schluss ist er dann fertig – der eigene Podcast.

Hinweis: Der Workshop findet nur einmalig von 13:15 bis 14:45 Uhr statt.

Evangelische Suchthilfe Rostock

Die modernen Medien erleichtern das Leben und im normalen Maß scheinen sie kaum Risiken zu bergen. Aber was, wenn die Medien jemanden so bestimmen, dass sich alles nur noch darum dreht, wann er wie und wo wieder online sein kann? Mit dem Smartphone hat man die Möglichkeit, immer und überall online zu sein. Ein enormer Gewinn, aber auch ein hohes Suchtpotenzial. Wir informieren in unserem Workshop über Symptome, die verschiedenen Bereiche und Möglichkeiten einer Behandlung einer Medienabhängigkeit.

Lennart Hesse-Sörnsen und Susanne Neuerburg, Juuuport e.V.

Auf der Online-Beratungsplattform JUUUPORT.de helfen Jugendliche Gleichaltrigen bei Interaktionsrisiken wie Cybermobbing, Cybergrooming, Datenmissbrauch u.v.m. Im Workshop wird ein Überblick über das Peer-to-Peer Engagement der JUUUPORT-Scouts im Umgang mit diesen Interaktionsrisiken gegeben. Die Workshopteilnehmer:innen lernen die Arbeit der JUUUPORT-Scouts anhand von mehreren Praxis-Beispielen aus der Beratung kennen und können Lösungsstrategien für ihre eigene Arbeit daraus ableiten.

Hinweis: Der Workshop findet nur einmalig von 13:15 bis 14:45 Uhr statt.

Georg von Rechenberg, Projekt Digitale Jugendbeteiligung MV, Landesjugendring

Für Jugendliche ist der digitale Raum selbstverständlicher Teil ihres Alltags. Wer Jugendliche beteiligen will, muss also den digitalen Raum mit den Blick nehmen. Wie lassen sich digitale Werkzeuge nutzen, Beteiligungsprozesse zu unterstützen und wie können Jugendliche Einfluss auf ihre digitale Umwelt nehmen? Im Workshop erarbeiten wir uns ein Grundverständnis, was digitale Jugendbeteiligung sein kann, probieren selbst Tools aus und diskutieren, inwieweit es für Sicherheit im und beim Umgang mit Medien sorgt, wenn Jugendliche sich den digitalen Raum zu eigen machen.

BYOD - Bring your own device: Für die Teilnahme bitte Laptop, Tablet oder Smartphone mitbringen. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, kontaktieren Sie bitte den Workshopleiter: g.vonrechenberg@ljrmv.de

Tabea Ranziger und Anton Schünemann, Universität Rostock

Mit medienpädagogischen Projekten können wir Bildungsprozesse über und mit Medien anregen und damit zur Selbst- und Weltgestaltung beitragen. Doch wie entstehen eigentlich wirkungsvolle Projekte, von denen junge Menschen profitieren? Worauf sollte bei der Durchführung besonders geachtet werden? In welchem Verhältnis stehen beispielsweise Schutz vor und Befähigung zur Mediennutzung?

Der Workshop gibt praktische Impulse für die Konzeption und Umsetzung von Projekten anhand vorbereiteter und von den Teilnehmenden selbst eingebrachter Praxisbeispiele. Wir schauen uns genauer an, wie Themen gesetzt werden, mit welchen Medien Projekte vorbereitet, unterstützt und durchgeführt werden können, welche Rolle Kooperationspartner und Netzwerke dabei spielen und wie sich Förderungen finden lassen.

Das Lokale Netzwerk "Medienbildung Rostock" setzt sich aus folgenden Einrichtungen zusammen:

  • Amt für Finanzen und Planung - Jugend und Soziales im Fachbereich Planung und Qualitätsentwicklung, Bereich Jugendschutz
  • Stadtbibliothek Rostock
  • AG Schulsozialarbeit Rostock
  • Polizeiinspektion Rostock, Bereich Prävention
  • Institut für neue Medien Rostock
  • Radio LOHRO
  • Regionalbeauftragte für Medienbildung der Hansestadt und des Landkreises Rostock
  • Juniorprofessur für Medienpädagogik und Medienpädagogik am Institut für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Rostock
  • Mediatop Rostock der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern
  • evangelische Suchthilfe Rostock
  • Stadtmedienzentrum Rostock
  • Metis e.V., das Digitale Innovationszentrum Rostock
  • AWO Jugendwerk mit den Projekten Boombox und BalticMint.