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Veröffentlicht am: 21.04.16

Medienpädagogische Arbeit im Kindergarten

Medien und verschiedene Medienprodukte sind wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. Bereits im frühen Kindesalter werden Erfahrungen mit Medien bewusst oder unbewusst gesammelt. Dies stellt eine Herausforderung für die Vorschulpädagogik dar, birgt gleichzeitig aber auch Chancen.




Leben und Arbeiten mit Medien

Medien im Alltag

Heutige Kinderwelten sind gleichzeitig als Medienwelten zu verstehen. Laut der KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest aus dem Jahre 2015 besitzen in Deutschland zum Beispiel 50 % der sechs- bis 13-jährigen Kinder einen CD-Player, und bis zu 48 % nennen ein Handy oder Smartphone ihr Eigentum. Kinder besitzen nicht nur Medien und Medienprodukte, sie nutzen diese auch in ihrer ganzen Vielfalt.

Pädagogik muss sich an der kindlichen Realität orientieren

Diese vielseitigen Medienerfahrungen, die Kinder schon in jungen Jahren machen, lassen erkennen, welche Notwendigkeit für die medienpädagogische Arbeit im Kindergartenalltag besteht. Langsam beginnen sich die Schwerpunkte für eine grundlegende Medienbildung auch im Vorschulbereich durchzusetzen. Die Vorstellung des Kindergartens als „medienfreie Zone“ entspricht längst nicht mehr der kindlichen Realität und genauso wenig einer zeitgemäßen kindorientierten Pädagogik.

Medienpädagogische Praxis

Die Auseinandersetzung mit persönlichen Voraussetzungen, beispielsweise die eigene Medienbiografie und -vorliebe, und institutionellen Bedingungen soll den Einstieg in die medienpädagogische Praxis erleichtern. Gleichzeitig entstehen mit der Integration von Medien im Kindergartenalltag pädagogische Chancen und Möglichkeiten, die zum Weiterarbeiten und Nachahmen motivieren und nachhaltig für eine Verankerung der Medienerziehung und der aktiven Medienarbeit in der Vorschulpädagogik sprechen.

Die persönliche Medienbiografie

Nicht vorschnell (ver)urteilen

Erwachsene zeigen oft wenig Verständnis für die Medienvorlieben der Kinder. Dabei vergessen sie meist, dass auch sie mit verschiedenen Medien und Medienangeboten aufgewachsen sind. Die eigene Medienbiografie kritisch zu hinterfragen soll dazu anregen, die Faszination von beispielsweise Fernsehsendungen für Kinder nicht vorschnell zu verurteilen, sondern Verständnis aufzubringen. Dies ist eine Methode, die den Blick für Problemstellungen eröffnet und dadurch angemessene Zielformulierungen für medienpädagogisches Handeln fördert.

Persönliche Medienvorlieben

Es erweist sich als sinnvoll, über die eigenen Lebensgewohnheiten nachzudenken und dabei die persönlichen Medienvorlieben und die individuelle Form der Mediennutzung herauszufinden. Durch Fragen wie beispielsweise:

  • Was waren meine Lieblingssendungen?
  • Welche Fernsehfiguren waren mir wichtig?

… können überraschende Entdeckungen gemacht werden. Medienbiografisches Arbeiten bietet sich dabei nicht nur im Umgang mit dem Medium Fernsehen an, sondern lässt sich genauso anwenden auf alle andere Medien, beispielsweise Zeitungen, Comics, Hörspiele oder Bücher (Bundeszentrale für politische Bildung, 2003: Über Medien reden) und aktuell auch auf das Internet.

Dieser Artikel wurde im Rahmen von BIBER - Netzwerk frühkindliche Bildung, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, erstellt. Er wurde von der Autorin Elisabeth Schallhart verfasst und durch die Redaktion des Initiativbüros „Gutes Aufwachsen mit Medien“ an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Quellen und Literatur

  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
    Der Verbund führt regelmäßig Basisstudien zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (6 bis 13 Jahre) durch, sowie Langzeitprojekte wie die KIM-Studie (2014)

  • Aufenanger, Stefan 1999: Medienpädagogische Projekte - Zielstellungen und Aufgaben. In: Baacke, D./Kornblum, S./ Lauffer, J./ Mikos, L./ Thiele, G.A.: Handbuch Medien. Medienkompetenz. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 94 - 97

  • Bundeszentrale für politische Bildung (2003): Über Medien reden. Informationen für pädagogische Fachkräfte in Kindergarten, Hort und Grundschule. Bonn/Berlin: Medienhaus Froitzheim

  • Spanhel, D. (2002): Medienkompetenz als Schlüsselbegriff der Medienpädagogik?, In: Forum Medienethik 1/2002: Medienkompetenz: Kritik einer populären Universalkonzeption, München: KoPäd, S. 48 - 53

  • Theunert, H./Lenssen, M. (1999): Medienkompetenz im Vor- und Grundschulalter. Altersspezifsiche Voraussetzungen, Ansatzpunkte und Handlungsoptionen. In: Schell, F./ Stolzenburg, E./ Theunert, H. (Hrsg): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München: KoPäd Verlag, S. 60 - 73

Elisabeth Schallhart
Quelle: BIBER - Netzwerk für frühkindliche Bildung
Logo: biber - Netzwerk frühkindliche Bildung

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