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Veröffentlicht am: 21.04.16

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für medienpädagogische Arbeit im Kindergarten

Um medienpädagogische Arbeit in der Praxis durchführen zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen und Voraussetzungen. Diese beginnen bei der Reflexion der eigenen Medienkompetenz und schließen nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit den Eltern ein.

Die eigene Medienkompetenz - medienpädagogische Kompetenz

Medienpädagogische Arbeit bedingt eine grundlegende Medienkompetenz der pädagogischen Fachkräfte in einer Einrichtung. Die Fähigkeit, verschiedene Medien zu nutzen sowie eine kritisch-reflexive Betrachtungsweise sind notwendig. Gleichermaßen wichtig ist die Fähigkeit, Medienkompetenz unter pädagogischen Gesichtspunkten vermitteln und fördern zu können (Aufenanger, 1999). Diese „medienpädagogische Kompetenz“ beinhaltet daher nicht nur die eigene Medienkompetenz, sondern auch die Fähigkeit, die Kinder in der Entwicklung ihrer Medienkompetenz zielgerichtet zu fördern. Kenntnisse von Mediendidaktik, Didaktik im Allgemeinen und von medienpädagogischen Konzepten stellen dabei eine wichtige Voraussetzung dar (Aufenanger, 1999).

Der pädagogische Rahmen

Medienpädagogische Arbeit setzt eine pädagogische Grundhaltung voraus, die sich an der Lebenswelt der Kinder orientiert und auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen eingeht. Einen möglichen pädagogischen Rahmen bietet hier der situationsorientierte Ansatz in der Kindergartenpraxis (Bundeszentrale für politische Bildung, 2003). Indem die Erzieherinnen und Erzieher Themen aus der Erlebniswelt der Kinder aufgreifen, fühlen sich die Kinder ernst genommen. Lernen vollzieht sich dabei nicht als etwas Abstraktes, sondern steht immer in engem Zusammenhang mit der Umwelt und dem Alltag des Kindes.

Aus diesem Grund wird die Notwendigkeit deutlich, Medien und Erfahrungen mit Medien in den Kindergartenalltag einzuschließen. Vor allem, wenn man bedenkt, welchen wichtigen Stellenwert Medien in der Lebenswelt aller Kinder und Erwachsenen einnehmen. Des Weiteren ermöglicht der situationsorientierte Ansatz den Kompetenzerwerb durch alltägliches Tun. So können Kinder durch ihr aktives Handeln lernen und ihre Kompetenzen erwerben und erweitern. Fachkräfte in Kindertagesstätten, die moderne pädagogische Prinzipien verfolgen, werden diesen Anforderungen bereits in ihrer täglichen Arbeit entsprechen.

Technische Ausstattung und finanzielle Möglichkeiten

Die Rolle der technischen Ausstattung

Ein wichtiger Bestandteil der medienpädagogischen Arbeit besteht in der technischen Ausstattung. Im Idealfall sollte eine Kindertagesstätte (Kita) über eine Reihe verschiedener Geräte, wie Digitalkamera (Fotoapparat), Diaprojektor, Beamer, Videokamera, Fernseher mit Videorekorder, DVD-Player, Radio mit Kassettendeck und CD-Laufwerk, Computer mit Internetanschluss und vor allem Tablets verfügen. Die finanziellen Möglichkeiten der Institution spielen hierbei sicherlich eine wichtige Rolle. Die Arbeit mit Medien hängt aber nicht allein von der technischen Ausstattung ab - viele medienpädagogische Angebote können ohne großen technischen Aufwand realisiert und durchgeführt werden. Beispielsweise kann im Rahmen eines medienpädagogischen Angebots der Fernseher selbst gebastelt werden oder der Einsatz eines Computers oder von Tablets wird durch Sponsoring einer Firma ermöglicht.

Kreativer Einsatz der Technik durch die Kinder

In der Verwendung der technischen Geräte wird in vielen Kitas ein Umdenkprozess notwendig sein. Waren bisher vor allem die Erzieherinnen und Erzieher dazu berechtigt, technische Geräte zu nutzen, muss bei der medienpädagogischen Arbeit viel Wert auf die Verwendung von Seiten der Kinder gelegt werden. Technische Geräte sollten nach Möglichkeit allen Kindern zur Verfügung stehen.

Elternarbeit

Basis für eine gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist Grundvoraussetzung medienpädagogischer Arbeit in der Kita. Im ehrlichen Gespräch soll die Alltagsrealität der Eltern und Kinder erfasst und ernst genommen werden. Die Väter und Mütter der Kindergartenkinder sollen dabei nicht das Gefühl bekommen, etwas falsch zu machen. Vielmehr ist es notwendig, die Interessen, Bedürfnisse und Unsicherheiten der Eltern als Grundlage medienpädagogischer Elternbildung zu nutzen. Medienaktivitäten im Kitabereich können dabei als Anlass für medienbezogene Elternbildung genutzt werden. Beide Aspekte lassen sich eng miteinander verknüpfen (Bundeszentrale für politische Bildung, 2003). Eine aktive Zusammenarbeit ermöglicht Einblicke in alltägliche Medienerfahrungen der Kinder und ihrer Familien.

Verständnis fördert die gegenseitige Unterstützung

Durch die aktive Zusammenarbeit mit den Eltern und eine intensive Informationsvermittlung zu medienpädagogischen Angeboten und Projekten werden Eltern vermehrt in das Kidergartengeschehen einbezogen und können so die pädagogischen und erzieherischen Intentionen besser nachvollziehen und unterstützen.

Zur Startseite des Artikels: Medienpädagogische Arbeit im Kindergarten

Dieser Artikel wurde im Rahmen von BIBER - Netzwerk frühkindliche Bildung, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, erstellt. Er wurde von der Autorin Elisabeth Schallhart verfasst und durch die Redaktion des Initiativbüros „Gutes Aufwachsen mit Medien“ an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Quellen

  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
    Der Verbund führt regelmäßig Basisstudien zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (6 bis 13 Jahre) durch, sowie Langzeitprojekte wie die KIM-Studie (2014)

  • Aufenanger, Stefan 1999: Medienpädagogische Projekte - Zielstellungen und Aufgaben. In: Baacke, D. /Kornblum, S. / Lauffer, J. / Mikos, L. / Thiele, G.A.: Handbuch Medien. Medienkompetenz. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 94 - 97

  • Bundeszentrale für politische Bildung (2003): Über Medien reden. Informationen für pädagogische Fachkräfte in Kindergarten, Hort und Grundschule. Bonn / Berlin: Medienhaus Froitzheim

  • Spanhel, D. (2002): Medienkompetenz als Schlüsselbegriff der Medienpädagogik?, In: Forum Medienethik 1 / 2002: Medienkompetenz: Kritik einer populären Universalkonzeption, München: KoPäd, S. 48 - 53

  • Theunert, H. / Lenssen, M. (1999): Medienkompetenz im Vor- und Grundschulalter. Altersspezifsiche Voraussetzungen, Ansatzpunkte und Handlungsoptionen. In: Schell, F. / Stolzenburg, E. / Theunert, H. (Hrsg): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München: KoPäd Verlag, S. 60 - 73

Elisabeth Schallhart
Quelle: BIBER - Netzwerk für frühkindliche Bildung
Logo: biber - Netzwerk frühkindliche Bildung

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