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Veröffentlicht am: 21.04.16

Medienerziehung im Kindergarten

Die medienpädagogische Arbeit orientiert sich an den Interessen und Kenntnissen der Kinder. Neben der Medienkompetenz werden auch die sozial-kommunikativen Kompetenzen sowie die Kreativität der Kinder gefördert.

Engagement und Eigeninitiative

Eine wichtige Voraussetzung für den Start medienpädagogischer Arbeit ist die Bereitschaft und die Motivation von Seiten der Erzieherinnen und Erzieher. Sie müssen bereit sein, ihre Medienkompetenzen ständig zu erweitern und zu verfeinern. Die Einarbeitung in den Bereich der Medienarbeit und die Suche nach Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten erfordern Zeit. Aber die persönliche Motivation und die Überzeugung, wertvolle pädagogische Arbeit zu leisten, helfen dabei, medienpädagogische Arbeit gelingen zu lassen.

Medienpädagogischer Alltag in der Kita

Förderpotentiale im Vorschulbereich

Mit dem Start medienpädagogischer Arbeit im Kindergartenalltag gilt es, Herausforderungen zu meistern. Trotz eventueller Hindernisse darf auf die wichtigen Förderpotentiale im Vorschulbereich, die genutzt und ausgebaut werden sollten, nicht verzichtet werden. Im Folgenden werden einige dieser Bereiche dargestellt und erläutert.

Aktive Beteiligung der Kinder

Indem Erzieherinnen und Erzieher auf die Medienvorlieben der Kinder eingehen, fühlen sich die Kinder ernst genommen und werden zur aktiven Beteiligung motiviert. Es kommt zu einer grundlegenden Wertschätzung kindlicher Interessen, wodurch eine Basis für individuelles Lernen entstehen kann. Die Kinder erkennen sich als aktiv Handelnde und kreative Produzenten und erwerben ihre Kompetenzen vor allem durch das TUN.

Förderung grundlegender Medienkompetenz

Die Kinder bringen ihre individuellen Medienerfahrungen in den Kindergartenalltag ein. Diese reichen jedoch für die Ausformung einer umfassenden Medienkompetenz nicht aus, weshalb sie durch eine systematische Medienerziehung ergänzt werden müssen (Spanhel, 2002). Die Kenntnis und Auseinandersetzung mit den einzelnen Entwicklungsstufen, die Kinder durchleben, helfen dabei, Belastungen und Überforderungen zu vermeiden (Theunert / Lenssen, 1999). Ziel der medienpädagogischen Arbeit im Kindergarten ist die Förderung einer grundlegenden Medienbildung, an die nachfolgende Institutionen (Schule) anschließen können.

Förderung sozial-kommunikativer Kompetenzen

Neben der Förderung verschiedener Aspekte der Medienkompetenz werden in der Auseinandersetzung und der Arbeit mit Medien und Medienprodukten zudem sozial-kommunikative Kompetenzen gefördert. Kinder beratschlagen miteinander, wie sie Probleme in der Handhabung verschiedener Medien gemeinsam bewältigen können oder geben gegenseitige Hilfestellungen beispielsweise beim Einsatz einer Digitalkamera oder im gemeinsamen Spiel mit einer (Lern-)Software am Computer.

Förderung von Kreativität

Auch kreative Ausdrucksmöglichkeiten werden besonders durch die aktive Medienarbeit gefördert und erweitert. Die Kinder erlernen alternative Ausdrucksmöglichkeiten durch Medien und beginnen, ihre kreativen Potentiale in der Mediengestaltung auszuschöpfen. Einige praktische Beispiele hierfür sind die Arbeit mit einem Mal-App auf dem Tablet, das Experimentieren mit einer Digitalkamera oder erste Erfahrungen mit der Aufnahme von Audiodateien, beispielsweise als Podcasts.

Medienerfahrungen für alle

Chancengleichheit verbessern

Die Integration medienpädagogischer Arbeit im Kindergartenalltag bietet unterschiedliche Erfahrungs- und Fördermöglichkeiten für alle Kinder. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien, Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen profitieren von den medienpädagogischen Intentionen oder von Angeboten, die speziell für ihre Bedürfnisse bereitgestellt werden, beispielsweise durch den Einsatz einer Spielesoftware oder Apps zur Sprachförderung.

Kinder in unserer medial geprägten Welt begleiten

Indem Medien als Bestandteil kindlicher Lebenswelten gesehen werden, entsteht die Notwendigkeit, diese Medienerfahrungen in die pädagogische Arbeit einzuschließen. Um als Bildungsinstitution wahrgenommen zu werden, besteht die Aufgabe des Kindergartens auch in der Ausbildung einer grundlegenden Medienbildung für alle Kinder. Durch medienpädagogische Arbeit werden die Kinder auf eine medial strukturierte Welt vorbereitet und sie erwerben grundlegende Kompetenzen, die sie für ihre Zukunft brauchen.

Wertschätzung der kindlichen Lebenswelten

Auch wenn es für viele Erziehende eine große Veränderung ihrer bisherigen pädagogischen Arbeit bedeutet und unterschiedliche Schwierigkeiten bewältigt werden müssen, trägt medienpädagogisches Arbeiten der Realität unserer modernen Gesellschaft Rechnung. Sie orientiert sich an den Interessen und Kenntnissen der Kinder und beinhaltet somit die Wertschätzung kindlicher Lebenswelten.

Dieser Artikel wurde im Rahmen von BIBER - Netzwerk frühkindliche Bildung, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, erstellt. Er wurde von der Autorin Elisabeth Schallhart verfasst und durch die Redaktion des Initiativbüros „Gutes Aufwachsen mit Medien“ an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Quellen und Literatur

  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)
    Der Verbund führt regelmäßig Basisstudien zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (6 bis 13 Jahre) durch, sowie Langzeitprojekte wie die KIM-Studie (2014)

  • Aufenanger, Stefan 1999: Medienpädagogische Projekte - Zielstellungen und Aufgaben. In: Baacke, D ./ Kornblum, S. / Lauffer, J. / Mikos, L. / Thiele, G.A.: Handbuch Medien. Medienkompetenz. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 94 - 97

  • Bundeszentrale für politische Bildung (2003): Über Medien reden. Informationen für pädagogische Fachkräfte in Kindergarten, Hort und Grundschule. Bonn / Berlin: Medienhaus Froitzheim

  • Spanhel, D. (2002): Medienkompetenz als Schlüsselbegriff der Medienpädagogik?, In: Forum Medienethik 1/2002: Medienkompetenz: Kritik einer populären Universalkonzeption, München: KoPäd, S. 48 - 53

  • Theunert, H. / Lenssen, M. (1999): Medienkompetenz im Vor- und Grundschulalter. Altersspezifsiche Voraussetzungen, Ansatzpunkte und Handlungsoptionen. In: Schell, F./ Stolzenburg, E. / Theunert, H. (Hrsg.): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München: KoPäd Verlag, S. 60 - 73

Elisabeth Schallhart
Quelle: BIBER - Netzwerk für frühkindliche Bildung
Logo: biber - Netzwerk frühkindliche Bildung

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