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Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

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Veröffentlicht am: 29.10.18

Das Tablet als kreatives Werkzeug in der Kita

Das Smartphone der Mutter klingelt, der Vater macht ein Foto vom Mittagessen und die Gute-Nacht-Geschichte kann auch mal ein digitales Bilderbuch sein - bereits Kinder im Kitaalter bringen erste Medienerfahrungen aus ihrem sozialen Umfeld mit.

Das Projekt KiTab.rlp - Medienbildung mit Tablets in der Kita greift diese Lebenswirklichkeit auf und setzt auf das Tablet als ergänzendes kreatives Werkzeug in der Kita. Frau Birgid Dinges ist Bildungsreferentin von medien+bildung.com gGmbH und gibt im Gespräch Einblicke in das Projekt, angefangen vom Ton-Memorys bis zu kunterbunten Trickfilmen.

Was steckt hinter dem Projekt KiTab.rlp?

Wie der Name bereits nahelegt, geht es bei KiTab.rlp um den medienpädagogischen Einsatz von Tablets in der Kita in Rheinland-Pfalz. Realisiert wurde das Projekt von medien+bildung.com gGmbH gemeinsam mit einer Reihe an Partnern. Im Pilotprojekt wurden Tablets im Alltag medienpädagogisch engagierter Kitas erprobt und Erfahrungen zum altersgerechten medienpädagogischen Einsatz gesammelt. Das abgeschlossene Pilotprojekt hat das Ziel Möglichkeiten aufzuzeigen, um medienpädagogische Grundkompetenz in die Kita zu tragen. Dies beinhaltete auch Fragen des Datenschutzes und der Elternarbeit. Ein Fortbildungsprogramm diente im Vorfeld der gezielten Stärkung und Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften, die in ihren Einrichtungen den Tablet-Einsatz auf unterschiedliche Weisen erfolgreich erprobten.

Warum eignet sich das Tablet für die Kita?

Das Tablet kann in allen Bildungsbereichen einen Mehrwert darstellen. Als multifunktionales Werkzeug enthält es viele Medien in einem. Man kann darauf malen, Fotos sowie Videos, Trickfilme oder Töne aufnehmen. In der Kita wird es als ergänzendes Kreativwerkzeug genutzt. Das Tablet stellt schon für kleine Kinder Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung. Sie nehmen zum Beispiel Geschichten auf oder fotografieren ihre Lieblingsblumen im Garten. Zudem sind viele Tablet-Anwendungen leicht verfügbar und das Format ermöglicht ein Arbeiten mehrerer Kinder an einem Gerät. Besonders eignet sich das Tablet zur Sprachförderung. Es schafft bei der gemeinsamen Nutzung immer wieder Gelegenheiten zur Kommunikation.

Wie setzen pädagogische Fachkräfte das Tablet in der Kita ein?

Das Tablet erlaubt eine vielseitige Arbeit. Beliebt waren Foto- und Videofunktion von der bereits auf den iPads installierten Anwendung imovie. Eine Kita erstellte mit den Kindern Trickfilme zur Fragestellung „Was ist gesund?“ und entwickelte Rätsel zu verschiedenen Lebensmitteln. Auch zur musikalischen Früherziehung nutzten sie das Tablet. Eine Trommelgruppe machte Ton- und Videoaufnahmen von zu übenden Trommelschleifen und erforschte dann gemeinsam, wie der Rhythmus weitergegeben wird. Eine andere Einrichtung erfand ein Ton-Memory. Hier mussten von den Kindern aufgenommenen Töne den entsprechenden Fotos zugeordnet werden, zum Beispiel das Gluckern einer Wasserflasche einem aufgefüllten Wasserglas.

Welche Tipps haben Sie für Tablet-Projekte in der Kita?

Zunächst einmal sollten Fachkräfte offen für den Tablet-Einsatz sein. Auch Kitaleitung und Träger müssen dahinterstehen. Mögliche Bedenken der Eltern zum Medieneinsatz in der Kita müssen sehr ernst genommen werden. Sinnvoll kann hier der Erfahrungsaustausch mit anderen Kitas sein.

Wichtige Voraussetzung ist außerdem die altersgerechte Nutzung des Tablets, auch sollte sie pädagogisch begleitet sein. Bei der Projektumsetzung darf der Spaß nicht fehlen, Bildung und Kreativität sollen Spaß machen. Vor allem die Kinder zeigen sich begeistert vom Tablet und sind stolz, wenn sie ihre eigenen Werke anschauen können. Mit hoher Begeisterung erklären sie anderen Kindern und den (Groß-)Eltern ihre Projekte. Dennoch hilft es gemeinsam Regeln im Tablet-Umgang festzulegen, wie zum Beispiel Nutzungsweise und -zeit. Die Apps auf dem Tablet sollten werbe- und kostenfrei sein. Vorteilhaft ist es auch, wenn sie ohne Internetverbindung nutzbar sind.

Wie kann man als Fachkraft den Vorbehalten der Eltern begegnen?

Eltern und pädagogische Fachkräfte sollten an einem Strang ziehen. Hier hilft es, die Eltern so früh wie möglich in das Projektvorhaben einzubeziehen. Im Dialog können ihre Bedenken zum Medieneinsatz in der Kita aufgefangen werden. Viele Eltern zeigen sich auch dankbar für Hilfestellungen bei der Medienerziehung.

In der Kita wird das Tablet als pädagogisches Werkzeug aktiv und kreativ von Kindern genutzt. Eins-zu-eins-Situationen allein mit dem Tablet als passiver Nutzer gibt es nicht. Und was am Anfang meist niemand glaubt, ist, dass, wenn das Tablet als Arbeitsmaterial in der Kita selbstverständlich wird, die befürchtete Tablet-Begeisterung nachlässt. Andere Aktivitäten, wie das Spielen im Freien, bleiben für Kinder immer attraktiv - das Tablet ist einfach eine ergänzende kreative Möglichkeit für die pädagogische Arbeit.

Weitere Informationen

Quelle: Frau Birgid Dinges, Bildungsreferentin bei medien+bildung.com gGmbH im Gespräch mit dem Initiativbüro
Logo medien+bildung.com gGmbH

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