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Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

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Veröffentlicht am: 24.09.20

SINUS-Jugendstudie 2020 - Wie ticken Jugendliche?

Die SINUS-Jugendstudie 2020, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, untersucht alle vier Jahre die Lebenswelten von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren in Deutschland und nimmt dabei verschiedene Themen in den Blick. Darunter sind zum Beispiel die Themen Berufswahl, Werte, Wohlbefinden und Partizipation in der Schule. Doch wie ticken Jugendliche, wenn es um die Themen Digitalisierung, Internet und Smartphone geht?

Allgemeine Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass Jugendliche eher Vorteile mit der Digitalisierung in Verbindung bringen, wenngleich auch Nachteile wahrgenommen werden und ein signifikantes Bewusstsein für einige Herausforderungen vorhanden ist. Dazu gehören zum Beispiel sich durch das Smartphone von anderen wichtigen Dingen ablenken zu lassen, Fake News oder Fake Reality.

Ungefähr die Hälfte der befragten Jugendlichen verbinden mit den Schlagworten „Smartphone, Internet und Digitalisierung“ Social-Media-Angebote wie WhatsApp, Instagram, Snapchat oder YouTube. Einige entwickelten diese Begriffe weiter, indem sie Worte wie Kommunikation, Kontakt oder Freund*innen ergänzten. Rund ein Drittel der Befragten gab zudem negative Aspekte in Bezug auf die Digitalisierung an. Vor allem Jugendliche mit höherer formaler und informeller Bildung denken über gesamtgesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung nach. Dazu gehören unter anderem die Veränderungen der Arbeitswelt, die Exklusion Bildungsbenachteiligter oder auch mögliche Gefahren der digitalen Überwachung. Für Jugendliche mit einer eher geringen formalen und informellen Bildung stehen hingegen Cybermobbing und Hasskommentare im Fokus der Sorge. Darüber hinaus sprechen diese vermehrt über die Manipulation durch die Medien, wie zum Beispiel durch Fake News.

Nutzungsverhalten: Soziale Teilhabe ist digitale Teilhabe

Eins wurde besonders deutlich: Die befragten Jugendlichen können sich kein Leben ohne Smartphone vorstellen, da für fast alle soziale Teilhabe auch digitale Teilhabe bedeutet. Jugendliche nutzen ihr Smartphone zwar nicht weniger, jedoch teilweise bewusster als vor zwei Jahren. Insbesondere Jugendliche mit einer größeren Affinität zur informellen Bildung und einer höheren formalen Bildung achten in einem größeren Maße auf die Sinnhaftigkeit der Nutzung. Die eigene Smartphonenutzung nehmen die meisten Jugendlichen nicht als Belastung wahr. Im Gegenteil: Der Verzicht auf das Smartphone würde die meisten stark belasten.

Unter den Social-Media-Plattformen werden WhatsApp, Instagram und YouTube am häufigsten genutzt. Die Studienergebnisse zeigen auch, dass Jugendliche Social-Media-Plattformen immer öfter passiv nutzen: Sie schauen, was andere posten und stellen eher weniger Bilder und Beiträge ins Netz. Der am häufigsten genannte Grund ist die Befürchtung von negativen Kommentaren unter den geteilten Beiträgen.

Cybermobbing

Cybermobbing betrifft alle Jugendlichen und belastet sie. Cybermobbing ist vielen Jugendlichen insbesondere durch Aufklärungskampagnen an Schulen bekannt und viele haben mindestens im näheren Umfeld Cybermobbing erlebt. Sind Jugendliche von Cybermobbing betroffen oder mit anderen Problemen rund um Digitalisierung konfrontiert, wenden sie sich in der Regel zuerst an ihre Eltern.

Politik

Auch die Bereiche Politische Teilhabe und Politische Berührungspunkte sind mit Blick auf die Digitalisierung interessant. Hier gaben die meisten Jugendlichen zwar an, dass sie sich von politischen Diskussionen im Internet eher fernhalten. Zu politischen Themen informieren sie sich aber im Internet und nutzen dafür fast immer die Suchmaschine Google. Die gezielte Recherche unterschiedlicher Quellen und das Vorgehen im Informationsverhalten unterscheidet sich in den Lebenswelten der Jugendlichen. Das Spektrum reicht von unhinterfragten Erzählungen, die nicht verifiziert werden bis hin zu Jugendlichen, die die Glaubwürdigkeit von Informationen gezielt hinterfragen, und Fake News, Trollen und Filterblasen kritisch gegenüberstehen. Besonders deutlich wurde, dass Jugendliche mit einer geringen formalen und informellen Bildung Medien tendenziell misstrauischer gegenüberstehen und ihnen das Einschätzen der Glaubwürdigkeit von Informationen im Netz eher schwerfällt.

Auch für die politische Meinungsbildung Jugendlicher ist das Internet von Bedeutung. Das traditionelle Fernsehprogramm wird zunehmend von Streamingangeboten im Internet und von Social-Media-Angeboten abgelöst. Hier bevorzugen die Jugendlichen kurze und aussagekräftige Videoclips, die online zur Verfügung stehen und jederzeit über das Smartphone angesehen werden können.

Die Sinus-Jugendstudie 2020 kann hier als PDF heruntergeladen werden.

 

 



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