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Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

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Veröffentlicht am: 24.10.19

Mädchen nutzen Medien - Tipps für geschlechterspezifische Medienarbeit

Manchmal braucht es einen geschützten Ort um über die Dinge zu reden, die einen beschäftigen. Das Mädchenhaus femina vita e.V. in Herford bietet Beratung und Präventionsarbeit für Mädchen und junge Frauen bis 27 Jahren an. Jasmin Rohani vom dortigen Präventionsbereich gibt uns Praxistipps für die geschlechterspezifische Medienpädagogik.

Geschlechterspezifische Workshops

Ein Workshop nur mit Mädchen und jungen Frauen bietet einen besonderen Schutzraum, in dem sich die Teilnehmerinnen ausprobieren können. „Sie öffnen sich untereinander ganz anders, als wenn Jungs mit dabei sind. Da befürchten sie vielleicht, dass etwas peinlich wirken könnte,“ beschreibt Jasmin Rohani die Vorteile geschlechterspezifischer Workshops. Hier sollen sie ihre Rechte und Stärken kennenlernen und erfahren, wo sie im Notfall Unterstützung bekommen können - sei es bei Schulsozialarbeiter*innen, Vertrauenslehrer*innen oder den Mitarbeiter*innen des Mädchenhauses. Auch in der Mädchengruppe lernen sie ihre Grenzen und Möglichkeiten kennen. Die Vielfalt von Mädchen drückt sich auf unterschiedliche Art und Weise aus. Mädchen haben das Recht auf unvoreingenommene Unterstützung und Akzeptanz ihrer individuellen, sozialen und kulturellen Identitäten.

Mädchen nutzen Medien

„Mädchen sind anders im Netz unterwegs und haben andere Themen als Jungs,“ teilt Jasmin Rohani ihre Erfahrungen. Kommunikation über Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Instagram oder Snapchat spielen in ihrem Alltag eine große Rolle. Im Internet suchen sie nach Vorbildern und Orientierung. Influencerinnen bei YouTube oder Instagram beeindrucken durch Makellosigkeit. Selbstdarstellung ist ein wichtiges Thema für die Mädchen. Wie wirke ich auf Andere? Was halten sie von mir? Die klassischen Fragen der Heranwachsenden finden ihr Spiegelbild in der perfekt inszenierten Influencer*innenwelt. Oder sie suchen durch Likes und nette Kommentare nach der Bestätigung, dass sie sich dem perfekten Ideal der Idole annähern.

Praxisprojekt Selbstbild - Das perfekte Selfie ist viel Arbeit

Bei dem Betrachten der Instagram-Posts und Videos von Influencer*innen wie Bianca Heinicke von Bibis Beauty Palace lohnt es sich, die Perfektion zu hinterfragen. Wie viel Arbeit steckt hinter einem Bild? Wir sehen nur das schöne und makellose Resultat. Damit die Mädchen ein Gefühl dafür bekommen, eignet sich ein Selfie-Workshop.

Mit dem Smartphone oder mit Tablets machen die Teilnehmerinnen ein Selfie. Am besten sind schon verschiedene Bildbearbeitungsprogramme auf dem Device installiert. „Mit diesen können sie sich nach Lust und Laune austoben und ihre Bilder bearbeiten. Dabei merken sie, wie viel Arbeit dahintersteckt und sehen: Wenn ich einen Filter darüberlege, mit dem meine Haut viel besser aussieht, ist das natürlich nicht mehr die Wahrheit,“ erklärt Jasmin Rohani. Die Verzerrung der Realität wird so hinterfragt und nicht unreflektiert angenommen. „Das ist ein Zeichen von Medienkompetenz,“ betont sie.

Datenschutz - Einmal gepostet, für immer im Netz

Wenn Soziale Medien eine große Rolle spielen und Messenger einen durch den Tag begleiten, ist die Betonung von Datenschutz wichtig. Eine einfache Übung zur Sensibilisierung ist es, die Mädchen ihren eigenen Namen in eine Suchmaschine eingeben zu lassen. „Das ist eine super Methode um festzustellen, dass Daten, die einmal ins Netz gestellt werden, nie wieder vollständig gelöscht sind.“

Man braucht nur Smartphones oder Tablets und verschiedene Suchmaschinen. Die Mädchen geben ihren Namen ein und schauen, was bei der Web- und der Bildersuche zu finden ist. Oft sind darunter Fotos, die irgendwann einmal ihr Instagram- Profilbild waren, aber sie eigentlich schon längst gelöscht hatten.

Dabei merken sie: Sobald ich etwas veröffentliche, verliere ich die Kontrolle darüber. Rohani betont: „Es passiert immer häufiger, dass wir Anfragen für präventive Maßnahmen bekommen, weil die Mädchen auch mit fremden Daten unsensibel umgehen.“ Ein peinliches Foto oder ein heimlicher Schnapsschuss wird sofort an die Freundinnen per Messenger weitergeleitet, ohne zu hinterfragen, was es für die abgebildete Person bedeutet oder ob es rechtliche Konsequenzen geben könnte. Deshalb ist es wichtig über Recht am eigenen Bild und Urheberrechtsverletzungen mit ihnen zu reden. Das Schließen dieser Wissenslücken und das Wissen darum, wo sie bei Bedarf Hilfe erhalten, macht die Mädchen handlungsfähig - nicht nur bei digitalen Herausforderungen.

Weitere Informationen:



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