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Self-Tracking: Zwischen Spaß und Perfektion

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Mit einer Smartwatch (Englisch= elektronische Armbanduhr) oder einem Fitness-Armband, sogenannten Wearables (Englisch= tragbare elektronische Geräte), ist es heutzutage ein leichtes, sich einen Überblick über das eigene Bewegungsprofil zu verschaffen. Beim sogenannten Self-Tracking (Englisch: self=selbst; to track=nachverfolgen) werden mithilfe digitaler Technik Daten über die eigene Person erfasst und ausgewertet. Über Sensoren an den Geräten lassen sich zum Beispiel Herzfrequenz und Blutdruck messen, Schritte zählen, Schlafwerte aufzeichnen und verbrauchte Kalorien erfassen. Auch Kinder und Jugendliche finden Gefallen an Wearables und nutzen sie zunehmend in ihrem Alltag.

Positive Effekte von Self-Tracking

Self-Tracking kann dazu beitragen, sportlich aktiver zu sein und sich gesünder zu ernähren. Zum Beispiel können sich Nutzende von Wearables an das wöchentliche Training oder die tägliche Gemüseportion erinnern lassen und so ihre selbstgesteckten Ziele besser erreichen. Zudem lassen sich Erfolge und Fortschritte anzeigen, was die eigene Motivation steigern kann, sich weiter zu entwickeln und höhere Ziele zu erreichen. Erfolgserlebnisse können meistens auch über Social Media Plattformen wie beispielsweise Instagram geteilt werden. Dadurch können Kinder und Jugendliche Anerkennung für ihre Leistungen von Freund:innen erhalten und sich zu gemeinsamen Trainingseinheiten verabreden.

Herausforderungen von Self-Tracking

Durch das Teilen eigener sportlicher Leistungen auf Social Media und das anschließende Vergleichen mit Gleichaltrigen kann gleichzeitig aber auch ein erhöhter Leistungs- und Wettbewerbsdruck entstehen und sich belastend auf Kinder und Jugendliche auswirken. Zudem kann ein ständiger Vergleich mit anderen dazu führen, idealisierten Körperbildern nachzueifern und den eigenen Körper nur noch perfektionieren zu wollen.

Darüber hinaus sammeln Wearables viele Daten - darunter auch persönliche Angaben wie Körpergröße, Gewicht, Alter und Standort -, die an die App-Anbieter und oft auch an Dritte, zum Beispiel Social-Media-Dienste, übermittelt werden. Die Daten sind vor allem für Werbetreibende interessant, die diese nutzen können, um personalisierte Werbung zu erstellen. Außerdem können über das Aufzeichnen der Daten Bewegungsprofile erstellt werden.

Was Eltern und pädagogische Fachkräfte tun können

Wie immer gilt: Sprechen Sie mit Kindern und Jugendlichen und tauschen Sie sich gemeinsam zu Wünschen, Bedürfnissen und Erfahrungen aus. Wichtig ist es, über die Vorteile, aber auch über die Herausforderungen beim Self-Tracking zu sprechen und junge Menschen für Themen, wie insbesondere Datenschutz, zu sensibilisieren. Zudem können Sie als Eltern und Erziehende Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins unterstützen, indem sie Körper- und Schönheitsideale und gesellschaftliche Vorstellungen gemeinsam hinterfragen und die kritische Auseinandersetzung dazu anregen.

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