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Gewusst wie: Praxisprojekte für den Umgang mit demokratiegefährdenden Herausforderungen

Personen, die gemeinsam auf einen Laptop schauen.

Ob Desinformation, Hassrede oder extremistische Ansprache: Kinder und Jugendliche werden im Netz auch mit demokratiegefährdenden Herausforderungen konfrontiert. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, mit solchen Risiken kritisch-reflektiert umzugehen. Doch welche medienpädagogischen Praxisprojekte gibt es, um junge Menschen so zu begleiten, dass sie resilient und selbstbewusst im Netz aktiv sein und teilhaben können?

Wir haben eine kleine Sammlung medienpädagogischer Praxisprojekte zu verschiedenen Themen zusammengestellt, die als Best Practice für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hilfreich und inspirierend sein können:

Desinformation

Das Projekt Isso! des JFF fördert die Informations- und Nachrichtenkompetenz als Teil der Medienkompetenz von Jugendlichen. Gemeinsam mit der Zielgruppe schwer erreichbarer Jugendlicher wurden geeignete Methoden zur Reflexion von (Des-)Informationen im Netz und zur Förderung ihrer Teilhabe entwickelt.

Das Projekt #vrschwrng – Ein interaktives Toolkit gegen Verschwörungstheorien der Berghof Foundation möchte Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren einen Raum zu bieten, um sich kritisch mit Verschwörungstheorien, den zugrundeliegenden Narrativen sowie entsprechenden Einstellungsmustern auseinanderzusetzen. Das Schwesterprojekt Digitale.Wahrheiten möchte Multiplikator*innen, Eltern und Lehrkräfte im Umgang mit Verschwörungstheorien und Falschinformationen stärken.

Das Projekt Echt Jetzt?! vom Verein Distanz – Distanzierungsarbeit, jugendkulturelle Bildung und Beratung – e.V. unterstützt junge Menschen und Pädagog*innen dabei, Verschwörungserzählungen im Netz besser zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt des Projektes steht der sogenannte „Inokulationsansatz“. Dabei geht es darum, die manipulativen Techniken von Verschwörungserzählungen und Desinformation zu verstehen und zu erkennen, um sich effektiv vor diesen Manipulationen zu schützen.

Das Programm Fit for News des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung e. V. stärkt die Informationskompetenz von Schüler*innen, indem es Lehrkräfte mit praxisnahen Materialien für den Präsenzunterricht unterstützt. Das Programm bietet modulare Unterrichtseinheiten, Online-Selbstlernkurse, eine Podcast-Staffel und ergänzende Materialien zur beruflichen Orientierung. 

Extremismus

Das Projekt Der Elefant im Raum des JFF macht auf rechtsextreme Inhalte in Sozialen Medien aufmerksam und zeigt, wie man ihnen begegnen kann. In monatlichen Social-Media-Kampagnen und Podcast-Folgen werden diese Inhalte erklärt, entlarvt und kritisch reflektiert, um über rechtsextremistische Strategien aufzuklären.

Das Projekt Gaming und Rechtsextremismus von Violence Prevention Network hat für pädagogische Fachkräfte einen Online-Kurs entwickelt, um über rechtsextreme Inhalte und rechtsextreme Kommunikationsstrategien in Games aufzuklären. Zudem bietet das Projekt digitale Übungen für die Arbeit mit Jugendlichen ab 14 Jahren, die helfen sollen, Rechtsextremismus frühzeitig zu erkennen und Handlungsstrategien zu entwickeln.

Jugendliche und junge Erwachsene erreichen, die bereits mit rechtsextremen Ansichten sympathisieren oder sich selbst als neurechts bezeichnen, möchte das Projekt Prisma – Medienpädagogische Interventionen im Feld der „Neuen Rechten“. Mit Methoden aus Medienpädagogik und politischer Bildungsarbeit versucht das Projekt Prisma rechtsextreme Narrative aufzubrechen und einen Distanzierungsprozess bei rechtsaffinen Jugendlichen anzustoßen. Zudem richtet sich das Projekt an pädagogische Fachkräfte, indem es Material und eine interaktive Lernanwendung mit passender Begleitbroschüre bereitstellt.

Das Projekt AntiAnti von mediale pfade e. V. entwickelt an den medialen Lebenswelten junger Menschen ausgerichtete Workshops und Fortbildungen zu Rechtsextremismus, Antisemitismus, Antifeminismus und Islamismus. Das Projekt zielt darauf ab, Jugendliche sowohl online als auch offline für Ideologien der Ungleichwertigkeit im Netz zu sensibilisieren und sie in der Entwicklung aktiver Gegenstrategien zu unterstützen.

Hass

Wie junge Menschen von anderen jungen Menschen lernen können und sich mit den Themen Hassrede und Online-Extremismus auseinandersetzen können, zeigt das Peer-Projekt Goodbye Hate Speech der Aktion Zivilcourage e. V. Das Projekt ermöglicht und fördert die selbstbestimmte Teilhabe junger Menschen und zielt darauf ab, sie in ihrem Engagement für ein demokratisches Miteinander und (digitale) Zivilcourage zu stärken. 

Die Kampagne BITTE WAS?! des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg setzt sich gegen Hate und Fake im Netz und für ein respektvolles Miteinander ein. Ziel ist es, junge Menschen für Fairness, Toleranz und Echtheit zu sensibilisieren und mehr Bewusstsein für den respektvollen Umgang im digitalen Raum zu schaffen.

Demokratisches Miteinander

Das Projekt Was wäre, wenn?! des JFF widmet sich der Frage der Beteiligung Jugendlicher zusammen mit ihnen in Workshops, bei Jugendtagungen, Talks mit Politiker*innen und auf dem eigenen TikTok Kanal.

Das Demokratieprojekt Ich bin wählerisch! des Vereins Aktion Zivilcourage e. V. legt seinen Fokus auf außerschulische Peer-Ausbildungen, bei denen Jugendliche Wissen und Methoden rund um Wahlen und Demokratie erwerben und zu Diskussions- und Workshopleiter*innen ausgebildet werden. 

Wie sich Beteiligung junger Menschen nachhaltig umsetzen lässt und wie junge Menschen in selbstwirksamen Handeln gestärkt werden können, zeigt das Projekt aula. Ziel ist es, dass Schüler*innen ihren Schulalltag mitbestimmen können und über Dinge, die sie beschäftigen, mitreden können.

Das Projekt demo:create der Amadeu Antonio Stiftung setzt an den Lebenswelten junger Menschen an und möchte demokratische Werte vermitteln, digitale Teilhabe stärken und die Medienkompetenz von junge Menschen zu stärken. Das Projekt entwickelte ein medienpädagogisches Action-Kit für die pädagogische Praxis.