Wie schaffen wir ein sicheres Aufwachsen in der digitalen Welt?

Derzeit wird vielseitig diskutiert, ob Social-Media-Verbote unter 16 Jahren und Smartphone-Verbote an Schulen Wege sein könnten, um Kinder und Jugendliche vor Gefahren im Netz zu schützen. Dass sie geschützt werden müssen, steht außer Frage und an Risiken gibt es leider viele, u. a.:

  • Cybergrooming,
  • Hate Speech und Desinformation,
  • Extremistische Inhalte und Ansprache,
  • Suchtrisiken.

Einen Einblick in die Gefahrenlagen geben u. a. die Berichte von jugendschutz.net und der Gefährdungsatlas der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz

Wir brauchen mehr als Verbote. Für einen nachhaltigen Jugendmedienschutz braucht es auch Schutz, Befähigung und Teilhabe

Was wirkt 

  • Plattformanbieter in die Pflicht nehmen 

    Anbieter Sozialer Medien müssen kindgerechte und sichere digitale Räume schaffen. Der Digital Services Act der EU bietet hierfür die Grundlage.

  • Es braucht Vorbilder

    Kinder und Jugendliche orientieren sich an Erwachsenen. Es ist wichig das eigene Nutzungsverhalten zu reflektieren, mit Kindern über Medien vertrauensvoll zu sprechen und gemeinsam Regeln zu entwickeln. SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht. bietet hilfreiche Tipps und Informationen für Eltern. 

  • Partizipation wirkt

    Regulierung funktioniert am besten, wenn die Jugendlichen Regeln mitgestalten, ob in der Familie, in der Schule oder im Verein. Sie haben laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Teilhabe und Mitgestaltung, an den Entscheidungen, die sie betreffen. Mehr Informationen zu ihren Rechten im digitalen Raum findet sich auf der Website des Deutschen Kinderhilfswerks

  • Befähigung ist Hilfe zur Selbsthilfe

    Kinder und Jugendliche müssen lernen, Soziale Medien und digitale Medien kritisch, verantwortungsvoll und kreativ zu nutzen. Das können sie in der schulischen und außerschulischen Bildung durch qualifizierte Fachkräfte. Für Ausbildung und Weiterbildung müssen Ressourcen bereit stehen, damit multiprofessionelle Teams diese Aufgabe gemeinsam angehen können.

“Was uns fehlt? Mehr attraktive Onlineangebote, die risikoarm und altersgerecht Teilhabe für unter 16-Jährige erlauben, und zudem die feste Verankerung der Förderung von Medienkompetenz in allen Bildungseinrichtungen für Kinder und ihre Eltern.”

Dr. Niels Brüggen, JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

“Solange Plattformen Hass, Desinformation und Gewalt begünstigen, sind soziale Netzwerke riskante Räume – trotz ihres Potenzials, zu informieren und zu empowern. Wer nur Verbote fordert, bekämpft Symptome. Was es braucht sind Regulierung, Aufsicht und echten Schutz für (junge) Menschen.”

Sheherazade Busch, TINCON

“Verbote nein, Regulierung ja – sofern die Maßnahmen in einem partizipativen und inklusiven Prozess entwickelt werden sowie begleitend eine umfangreiche und nachhaltige Förderung der Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen, ihrer Eltern und Lehrkräfte erfolgt.”

Dr. Friederike von Gross und André Weßel, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

“Um Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen in der digitalen Welt zu ermöglichen, braucht es ausgewogene Maßnahmen aus Schutz, Befähigung und Teilhabe, die gleichwertig und gleichzeitig umgesetzt werden. Als Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien setzen wir uns dafür ein."

Caroline Walke, Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien

“Die Debatte um den Schutz junger Menschen ist im vollen Gang. Von „mehr Medienkompetenz“ über „elterliche Begleitung“ bis hin zu „Verboten“ werden Maßnahmen diskutiert. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche an diesen Debatten beteiligt werden und ihre Perspektive Berücksichtigung findet.”

Torsten Krause, Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt 

Das Logo vom Projekt kinderrechte.digital

“Ein ganzheitlicher Jugendmedienschutz beinhaltet auch die Aspekte Befähigung und Teilhabe. Die Perspektiven und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen sind entscheidend, um Medienbildung lebensnah, demokratisch und zukunftsfähig zu gestalten. Deshalb ist es so wichtig, sie sichtbar zu machen und zu würdigen.”

Katharina Klapdor Ben Salem, Deutscher Multimediapreis mb21

“Verbote machen nicht medienkompetent. Kinder und Jugendliche brauchen pädagogische Begleitung, klare Regeln und Räume zum Ausprobieren – nur so können sie digitale Medien selbstbestimmt und verantwortungsvoll nutzen.”

Rüdiger Fries, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

“Kinder haben ein Recht zu Belangen, die sie betreffen, angehört und beteiligt zu werden. So müssen auch Einschränkungen beim Medienzugang mit Kindern ausgehandelt und nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden!”

Martin Fischer, Deutsches Kinderhilfswerk

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Stellungnahmen und Positionen

Studien und Paper

Soziale Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen
Ein aufgeschlagenes Buch, auf dem eine Glühbirne zu sehen ist.
Demokratie unter Druck: Deepfakes, Desinformation, Hass und Extremismus im Netz
Eine Person, die ein Smartphone in den Händen hält.
Cybergrooming – Was tun?
Eine Person, die an einem Tisch sitzt und sich die Hände vor das Gesicht hält, sodass ihr Gesicht verdeckt ist. Auf dem Tisch vor der Person steht ein aufgeklappter Laptop.
Cybermobbing – Was tun?
Ich bin ich: Selbstakzeptanz in Zeiten von Instagram und Co
Personen, die gemeinsam auf einen Laptop schauen.
Gewusst wie: Praxisprojekte für den Umgang mit demokratiegefährdenden…